Samstag, 25. Oktober 2014

Ebola - die Inkubationszeit ist doppelt so lang wie bisher angenommen...

Bislang wude offiziell eine Inkubatinszeit von 21 Tagen für das Ebola-Virus angenommen. Dies trifft offenbar jedoch nur auf 95 Prozent aller Infizierten zu. 



Weitere 3 Prozent der Infizierten erkranken offenbar erst 42 Tage nach der Ebola-Infektion. 

Wie lange die Inkubationszeit bei den restlichen 2 Prozent liegt ist unklar. Sie könnte theoretische sogar bei 3 Monaten liegen. Das heisst zwischen Infektion und Krankheitsausbruch können bei 2 Prozent der Infizierten bis zu 3 Monate, vielleicht auch mehr, vergehen.

Die WHO sieht sich daher veranlasst, ein Land erst nach Ablauf von 42 Tagen für Ebola-Frei zu erklären, sofern innerhalb dieser Zeit keine neuen bestätigten Ebola-Erkrankungen aufgetreten sind.

Freitag, 24. Oktober 2014

Ebola - CDC verschärft Anforderungen und Mindeststandards...

Die CDC hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Anforderungen an die Schutzausrüstungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen verschärft werden.

1. Demnach müssen Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die in Kontakt mit Ebola-Patienten oder Verdachtsfällen kommen. vorher das An- und Ablegen der Schutzkleidung unter Aufsicht eines erfahrenen Infektiologen über und trainieren.

2. Das An- und Ablegen der gesamten Schutzausrüstung erfolgt immer in Anwesenheit eines zweiten - ebenfalls geschützten Mitarbeiters. NIEMALS wird eine Schutzausrüstung alleine an oder abgelegt.

3. Neben der Mindestanforderungen an die Schutzausrüstung der Kategorie III 3 b für Biogefahren ist die Verwendung von zwei Paar virendichten Latexhandschuhen - möglichst in langer Ausführung - obligat. Für den Atemschutz sind Partikelfiler der Kategorie III obligat. Barträger sollten vor Anlegen eines Atemschutzes ihren Bart rasieren, damit es nicht zu Leckageeffekten beispielsweise beim Anlegen einer Gasmaske kommt.

4. Ebenso sind Schutzbrillen, die verwendet wurden zu entsorgen, sofern sie nicht in einem gesonderten Autoklaven autoklavierbar sind. Das Anlegen eines chirugischen Kopfschutzes, der Kopf und Nacken schützt unter dem Anzug ist ebenso zu empfehlen. Nach Anlegen des Schutzanzuges kann zusätzlich eine Kopfhaube verwendet werden, die den Gesichtsbereich vor möglichen Tröpfcheninfektionen schützt. Ein einmal benutzbarer Gesichtsschutz sollte zusätzlich verwendet werden und wird nach Patientenkontakt fachgerecht entsorgt.

5. Das An- und Ablegen der Schutzaurüstung hat nach einem festen Schema zu erfolgen, um die Gefahr einer Kontamination mit Ebola-Viren zu unterbinden. Wie schon ausgeführt wird immer zu zweit eine solche Schutzausrüstung in festgelegter Reihenfolge an oder auch abgelegt. Die zweite Person weist nötigenfalls auf Fehler oder Versäumnisse hin und kontrolliert den korrekten Sitz der Ausrüstung.

Vor Ablegen der Schutzausrüstung kann erwogen werden diese zu dekontamieren, in dem eine Desinfektionslösung vewendet wird. Beachten Sie, dass virendichte Schutz der Füsse ebenso gewährleistet ist.

Optimalen Schutz bieten autonome Schutzausrüstungen, die eine eigene Beatmungseinheit haben.

Weitere Details finden sie unter folgendem Link:









Donnerstag, 23. Oktober 2014

Ebola - die unterschätzte Seuche...

Mit geradezu befremdlicher Naivität begegnen Politiker und verantwortliche "Gesundheitsexperten" dem Ebola-Virus. Auf der einen Seite wird oft derzeit falscher Alarm gegeben, wobei Ärzte offenbar sich noch nicht einmal eingehende Kenntnisse über das Vorliegen eines begründeten Verdachtfalls zu machen scheinen, der ganz klar nach RKI-Kriterien definiert werden kann.

Auf der anderen Seite ist der Schutz von Mitarbeitern im Gesundheitssystem in der Primärversorgung als suboptimal zu bezeichnen. Dies fängt bereits damit an, dass oft nicht einmal Hinweisplakate im Eingangsbereich und Umfeld eines Krankenhause aufgehängt werden, die es ermöglichen etwaige Ebola-Verdachtsfälle abseits der regulären Notfallversorgung zu isolieren. 

Vielerorts besteht nach wie vor die Auffassung, dass das Ebola-Virus so harmlos wie eine Hepatitis oder eine HIV-Erkrankung sei und somit eine Ansteckung unwahrscheinlich sei. Diese Auffassung wird von mir in keinster Weise geteilt. Wie bereits ausgeführt reichen 7-12 Viruspartikel aus um eine Infektion beim Menschen auszulösen. Ein Ebola-Patient steckt im Schnitt rund 2 weitere Kontaktpersonen mit Ebola an (nach der aktuellen Datenlage ist Ro= 1.7-2.2). Damit ist Ebola genauso infektiös wie eine Grippe. 

Ein Vergleich mit HIV, Hepatitis oder Tuberkulose-Patienten ist komplett fehl am Platz, da wir es mit einem BSL-4-Erreger zu tun haben. BSL-4 heisst Bio-Safety-Level 4 - also ein Umgang mit Ebola Patienten und Ebola-Erregern sollte unter maximalem Schutz erfolgen.

Ein einfacher Atemschutz wie eine ffp3-Atemschutzmaske mag für die Allgemeinbevölkerung in der Öffentlichkeit zur Seuchenkontrolle ausreichend sein. Wegen der begrenzten Zeitdauer und möglicher Leckage-Effekte ist aber eine ffp3-Atemschutzmaske keinesfalls zur Untersuchung und Behandlung von Verdachtsfällen einer Ebola-Erkrankung geeignet.

Vielmehr sollten für die Fälle mindestens 2 Schutzsets der höchsten Kategorie pro Mitarbeiter im Gesundheitswesen vorgehalten werden. Das heisst im optimalen Fall eine autonomes System im Ganzkörperschutzanzug der höchsten Sicherheitsstufe.

Schutzanzüge der Kategorie III 3b nach RKI-Vorgabe und Atemschutzsysteme mit Partikelfilter Stufe 3 (P3) sind hingegen einem einfachen Atemschutz vor zu ziehen. Idealerweise als Vollmaskensystem. Behelfslösungen, wie die Schutzbrillen mit einfachem Atemschutz, wie sie in Westafrika zu sehen sind, sind suboptimal und sehr wahrscheinlich den begrenzten finanziellen Resourcen und den klimatischen Verhältnissen in diesen Ländern geschuldet.

Einmal am Ebola Patienten verwendete Schutzbrillen sollten aus Gründen der Infektionsprävention entsorgt und verbrannt werden. Keinesfalls sind Schutzbrillen, die einmal am Ebola-Patienten verwendet wurden, wieder zu verwenden, sofern diese nicht autoklaviert werden können.

Autoklavierbare Schutzbrillen sind am Markt verfügbar, aber hingegen sehr teuer. Sie sind normalerweise als spezielle medizinischen und Laborschutzbrillen konzipiert worden.

Da die Seuchenprävention derzeit in Deutschland eher das Risiko einer Ausbreitung von Ebola in Deutschland und Europa unterschätzt, sollten die Sicherheitsbestimmungen, wie in den USA verschäft werden.

Dort wird am Montag jeder Einreisende aus Westafrika für 21 Tage unter Beobachtung und Quarantäne gestellt.

 

Ebola - ein Fallbericht aus Deutschland...

Der erste in Deutschland behandelte Ebola Patient war ein 36-jähriger Epidemiologe aus Sierra Leona, der am 10 Tag nach Ausbruch der Erkrankung nach Hamburg ins UKE ausgeflogen wurde. Details seiner Behandlung wurden gestern in New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Der Patient erreicht den Höhepunkt seiner Erkrankung am 13-14 Tag nach Erkrankunsbeginn, wobei erst weitere 6 Tage später eine allmähliche Besserung der Parameter eintrat. Die kritische Phase der Erkrankung ist demnach zwischen dem 10 und 20 Tage wahrscheinlich. Es ist vermutlich die Phase, die über Leben oder Tod entscheidet.

Am 13-14 Tag stieg die Herzfrequenz des Patienten auf sage und schreibe 170 Schläge pro Minute an. Die Köprertemperatur stieg auf 40°C. Der Patiente benötigte zwischen dem 11 und 15 Tag der Erkrankung auf Grund des grossen Flüssigkeitsverlustes im Schnitt mehr als 10 Liter Flüssigkeit, die intravenös verabreicht wurden. Eine Normalisierung der Leukozytose tratt erst am 20. Tag nach Erkrankungsbeginn ein, nach dem diese am 15 Tag der Erkrankung auf zeitweise über 28000 Leukos pro mm³ angestiegen war.

Vermutlich ist ein grosser Teil des Flüssigkeitsverlustes bei Ebola-Patienten auf den Zusammenbruch des Magen-Darmtraktes zurück zu führen. Im Höhepunkt der Erkrankung schien der Patient eine Anurie als Ausdruck einer Minderperfusion der Niere zu entwickeln, die mit Besserung der klinischen Symptome sich offenbar wieder zurückbildete.

Der Patient hatte während seiner Erkrankung offenbar zudem mit eine nosokomialen Infektion durch einen multiresistenten Erreger zu kämpfen, die die Behandlung offenbar verkomplizierte.

Der Patient bedurfte maximal intensivmedizinischer Versorgung um ihn durch die kritische Phase der Erkrankung zu bringen. Ohne diese hätte er wahrscheinlich nicht überlebt. Der Patient wurde ohne irgendwelche "Wundermittel", wie ZMapp oder andere, gerettet. Ein Grund für sein Überleben dürfte sein junges Alter gewesen sein. Es liegt auf der Hand, dass beispielsweise Herzerkrankte alte Patienten vermutlich durch eine Ebola-Infektion versterben, da die kardiale Belastung des Herzens im Höhepunkt der Erkrankung bei Temperaturen von 40°C und einer Herzfrequenz von bis zu 170 Schlägen pro Minute über Tage hinweg, vermutlich nur von einem Herzgesunden überlebt werden können. Weitere Details zur Therapie des Ebola Patienten in Hamburg sind unter folgendem Link verfügbar:



Dienstag, 21. Oktober 2014

China meldet neue Vogelgrippe Fälle durch H7N9

Nachdem Taiwan bereits letzte Woche die Risikoeinstufung für das H7N9-Virus angehoben hat - siehe auch folgenden Bericht 


meldet China nun zwei neue Erkrankungsfälle durch die Vogelgrippe und das H7N9-Virus.


Das H7N9-Virus verursacht bei Geflügel und Vögeln eine meist asymptomatische Infektion - führt aber bei Menschen zu schweren und oft fatal verlaufenden Krankheitsverläufen. Obwohl das Virus seit mehr als 1 1/2 Jahren bekannt und identifiziert wurde, ist bislang kein am Menschen erprobter Impfstoff entwickelt worden. Angesichts der hohen Sterblichkeit durch das H7N9-Virus beim Menschen ist diese Untätigkeit in Sachen Impfstoffentwicklung bei H7N9-Influenza nicht nachvollziehbar, da wissentlich das Risiko für eine Pandemie, welche ihren Ursprung in China haben kann, billigend durch die politischen Führungen in dieser Welt in Kauf genommen wird.