Mittwoch, 17. Juli 2019

Seerosen als Lebensretter der Zukunft? // Do Water Lilies save lifes in the future?

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Liebe Freunde der Freiheit und des Friedens,
liebe Freunde der Liebe und des Glücks,
liebe Mitleser,
als ich am Sonntag Mittag aus Solingen nach Düsseldorf zurückkehrte machte ich einen kleinen Ausflug in den Düsseldorfer Volksgarten. Auch wenn die Bundesgartenschauin Düsseldorf bereits mehr als 30 Jahre zurückliegt, so sind auch nach mehr als drei Jahrzehnten immer noch das ein oder andere Relikt von 1987 erhalten geblieben.
Die enorme Blütenpracht des Frühlings ist dabei inzwischen der sommerlichen Pracht der Seerosen gewichen. Die Überreste floraler Pracht, die vor 32 Jahren den Volksgarten in seinem östlichen Anteil rund umd das heutige Haus Deichgraf, existiert haben muss, findet sich auch heute noch in Teilen des Volksgartens wieder. Zusammen mit den inzwischen heimisch gewordenen Kanadagänsen, die große Teile des Geländes erobert haben, leben damals wie heute Enten, Schwäne und Rebhühner im gesamten Parkgelände.
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Jetzt im Juli spaziert dabei mitunter der Nachwuchs der Rebhühner auf den großen Blättern der Seerosen, welche die mehr als drei Jahrzehnte inzwischen im Volksgarten überdauert haben. Seerosen - lateinisch Nymphaea - waren bis Ende des 18 Jahrhunderts lange Zeit Bestandteil mittelalterlicher Medizin. So soll der Genuss der Wurzel den männlichen Teil der Bevölkerung für mehrere Tage impotent machen. Erst vor rund 200 Jahren verschwand die Seerose aus der medizinischen Literatur und erfreut sich Dank der brillianten Kunstwerke von Monets Seerosen weiterhin einer breiten Faszination im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft.
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Nymphaea - sprich Seerosen - gibt es in vielen Farben, egal ob weiss, rosa, gelb oder blau. Die Natur scheint hier nichts ausgelassen zu haben. Im Düsseldorfer Volksgarten finden sich neben Zwergseerosen auch weiße und rosafarbene Arten dieser Hydrophyten - sprich Wassergewächse.
Bemerkenswert finde ich wie wild die Bienen dabei nach Seerosen sind und in den tiefen Blüten zwischen dem Bestäubungsapparat der zwittrigen Pflanzen förmlich auszuflippen scheinen. Ob dies am wohlriechenden Duft dieser Rosen liegen man wissen wir nicht. Schaut man sich die Blüten aber genauer an, so erkannt man in der Tiefe durchaus einen See von Nektar den die Pflanze für ihre Besucher bereitzustellen scheint.
Das Geheimnis der Seerosen ist bis heute ungelöst...
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In Anbetracht des Umstandes, dass Seerosen als Wassergewächs permanent einer mikrobielle Bedrohung beispielsweise durch Pseudomonas - einem Wasserbakterium, dass sich auch in Leitungswasser wiederfindet - ausgesetzt sind - stellte ich mir heute so denn die Frage, wie die Pflanze sich gegen die fortgesetzte bakterielle Bedrohung im Wasser zu Wehr setzt. 
Und siehe da - eine Kurzabfrage in den medizinischen Datenbanken unter den Stichworten: Nymphaea und antiobiotic zeigt, dass Seerosen und ihre Unterarten sehr wahrscheinlich vollkommen zu Unrecht vor 200 Jahren aus der medizinischen Literatur verschwanden.

Seerosenextrakte als Antibiotika der Zukunft?

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A perfect world - Nympheae alba - white water lilly
Denn inzwischen hat man entdeckt, dass beispielsweise Nymphaea nouchali, eine meist bläulich lila wachsende Art der Wasserlilien in der Lage ist das Wachstum von humanpathogen und pflanzenschädlichen Bakterien zu hemmen und zu unterdrücken. In Zeiten wo allein in den USA rund 26000 Menschen jedes Jahr an den Folgen von Infektionen mit multiresistenten Keimen, wie MRSA, VRSA, VRE, VISA, hVISA, ESBL, MDRSP, CRE und anderen multiresistenten Keimen versterben und mehr als 2 Millionen Menschen zum Teil schwer erkranken, ist die Entdeckung neuer Antibiotika von elementarer Bedeutung für die Zukunft der Bekämpfung von Infektionserkrankungen, die heute keiner Therapie mehr zugänglich sind.
Seerosen könnten dabei in Zukunft eine wichtige Quelle der Erkenntnis zur Entdeckung neuer Therapieoptionen bei Infektionen mit multiresistenden Keimen sein. Die vorliegenden Studien weisen auf signifikante antimikrobielle Aktivitäten der Plfanzenextrakte bestimmter Nymphaea Arten hin, deren weitere Erforschung mit Blick auf bislang vorliegende Ergebnisse mehr als nur angebracht erscheint.
Die minimal inhibitorische Konzentration (MIC) von Nymphaea lotus, die für eine antimikrobielle Aktivität gegen beispielsweise MRSA benötigt wird, liegt in der wissenschaftlichen Literatur bei 5-10 mg/l. Das ist verhätlnismäßig viel im Vergleich zu anderen Phytotherapeutika im Bereich der Pflanzenwelt, die bis heute keinen Einlaß in die schulmedizinische Behandlung von Infektionserkrankungen in unseren Breiten gefunden haben. Gleichwohl muss davon ausgegangen werden, dass Seerosenextrakte weiterreichende antimikrobielle Effekte besitzen. Schon heute konnte bei einzelnen Bakteriengattungen eine bessere antimikrobielle Aktivität belegt werden, als für kommerziell verfügbare Antibiotika.
Weitere klinische Studien und Forschung ist erforderlich um das Potential für die Entwicklung zukünftiger neuer Therapieoptionen bei Infektionserkrankungen zu eruieren und zu definieren. Im Idealfall erwächst aus solchen Forschungsaktivitäten eine neue Klasse von Antibiotika, welche auch gegen multiresistente Keime wirkt.
Seerosen sind somit nicht nur einzigartige Kunstwerke der Natur, die in Perfektion nicht nur Bienen entzücken, sondern möglicherweise auch in der Lage dank ihrer Inhaltsstoffe zahlreiche Menschenleben zu retten, so denn es gelingt hier, wie auch bei anderen Kandidaten aus dem Bereich der Phytomedizin, neue Wirkstoffe zu definieren und im Hinblick auf die Anwendung beim Menschen klinisch zu untersuchen.
Neben der Erforschung der antimikrobiellen Aktivität sind hierbei wegen der möglichen Existenz von krebserregenden sekundären Inhaltsstoffen in Pflanzen auch toxikologische und pharmakologische Untersuchungen entsprechender Plfanzenextrakte von nöten.
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Dear friends of freedom and peace,
dear friends of love and happiness,
dear followers,
when I returend last sunday from Solingen to Düsseldorf in Germany I walked through a parc with wonderful water lilies. I asked myself how water lilies are able to survive in such an environment of microbial threats. Until the end of the 18 th century water lilies were mentioned since the middle age in the medicinal books. Since them they are not mentioned anymore in classical medicine of the present as potential therapeutic agents. Like other plants water lilies are able to protect from plantpathogen and human pathogens with antimicrobial substances.
In an era of increasing antibiotic resistance which killes alone 26000 people in the USA by infections of multidrug resistant bacteria and lead to 2 million infections per year by MRSA, VRSA, VRE, VISA, hVISA, and many more multidrug resistant strains of different types of bacteria, new therapeutics are necessary to stop the increasing and devasting effects of a global multidrugresistant bacteria pandemic of historical proportions.
Phytochemicals extracted for example from waterlilies has shown antimicrobial activities against different types of bacteria, like MRSA, Salmonella and many more. Further clinical, pharmacological and toxicological studies are necessary in order to find out if secondary phytochemicals with carcinogenic or toxicological effects are existing.
In the best case science is able to finde new therapeutic options by using the antimicrobial activities of phytochemicals in order to treat lifethreating infections of multidrug resistant bacteria in future.
Water Lilies extracts of Nympheae lotus for example seems to be able to combat microbiological activities of different kinds of bacteria. We need further investigation in order to find out if other water lilies and plants are containing phytochemicals with more potent antimicrobial activities than current existing therapeutic options in medicine.
Thanks for your interest and for your upvotes in advance.
Happy days.
Quellen:
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Freitag, 28. Juni 2019

Vorsicht - Eichenprozessionsspinner! - Thaumetopoea processionea


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Foto und Copyright - Cord Uebermuth


Liebe Freunde des Friedens und der Freiheit,
liebe Freunde der Liebe und des Glücks,
liebe Mitleser,
es ist Sommer, die Sonne scheint und das Leben lacht. So mancher einer freut sich schon aufs Wochenende, auf saftige grüne Wiesen und einen schattigen Platz unter einem Baum. Soweit so gut. Doch es gibt da ein Problem. Dieses Problem ist freilich nicht ganz neu hat aber regional, so auch in NRW und scheinbar besonders in Düsseldorf und anderen Regionen dieses Jahr stark zugenommen.
Ob es daran liegt, dass jedes Jahr inzwischen 65000 Greifvögel, einschliesslich Störche, und mehr als eine viertel Millionen Fledermäuse durch die ach so grünen Windkraftanlagen geschreddert werden oder es wirklich nur die seltener gewordenen Spätfröste im Frühjahr sind, sei dahin gestellt.
Fakt ist - der Eichenprozessionsspinner (EPS - Thaumatopoea processionea) befindet sich bundesweit auf dem Vormarsch und wer nicht aufpasst kann bei Kontakt mit den gemeingefährlichen Brennhaaren der Raube von EPS enorme gesundheitliche Probleme bekommen - dies gilt vor allem,, wenn diese Brennhaare ins Auge gelangen, wo sie sich mit ihren mikroskopisch kleinen Widerhaken ins Augeninnere vorarbeiten können und zu schweren und schlechtterhapierbaren Entzündungszuständen führen, welche das Sehen bedrohen können vor allem, wenn die Hornhaut des menschlichen Auges betroffen sein sollte.
Nicht weniger Pein lösen die starken und juckenden Hautentzündungen aus, welche die Brennhaare dieser Raupe auslösen.

Eichen sollst Du weichen...

...Buchen sollst Du suchen. Dies kann durchaus das Motto sein, nachdem man sich ein Schattenplatz dieses Jahr suchen sollte, so denn man nicht am Ende des Tages eine böse Überraschung erleben will die einem jeglichen Sommerspaß für längere Zeit verderben kann.
Da der Eichenprozessionsspinner in der 5-6 Generation je Exemplar bis zu einer halben Million (!!) Brennhaare entwickeln kann, sollte man tunlichst einen sehr großen Bogen um befallene Eichen machen und diese auch dem Gesundheits- und Gartenamt seiner Region melden. Denn die Entfernung dieser gefährlichen Raupen gehört in Fachhände und bedarf sowohl spezieller Saugvorrichtungen, Schutzanzüge und neben Augenschutz mindestens eines ffp2 Atemschutzes.
Die Inhalation der Brennhaare, die Jahre nach einem Baumbefall noch persistieren können, kann schwere Lungenveränderungen und entsprechende Atembeschwerden verursachen. Kinder sollte man ganz gewiss nicht mit Raupen des EPS spielen lassen. Nur allzu gerne bewerfen sich diese auch schon einmal mit den Raupen, was dann zu schwersten und kaum einer Therapie zugänglichen Keratiden des Auges führen kann, die wegen ihrer mikroskopisch kleinen Widerhhaken immer tiefer eindringenden Brennhaaren der Raupe eine besondere Gefährlichkeit verleihen.
Für die entzündlichen Reaktionen mit dem durch EPS ausgelösten Effekten den Begriff Allergie zu verwenden erscheint mir eher eine Verharmlosung der ernst zunehmenden Gefahren, welche durch die Brennhaare des EPS verursacht werden können.
Befallene und kontaminierte Kleidung die auf Grund des unachtsamen Umganges im Bereich von mit EPS befallenen Arealen zustande kam, sollte nach Möglichkeit nicht mehr verwendet werden, da es aussichtslos erscheint die Breenhaare der Raupen aus dieser wieder entfernen zu können.
Wer also keine böse Überraschung beim Aufsuchen eines schattigen Platzes erleben will, der sollte inzwischen um Eichen einen großen Bogen machen, ansonsten läuft man Gefahr wenig Spaß an dem mediterranen Klima zu haben...
In diesem Sinne,
bleibt gesund und munter und genießt den schönen Sommer...
Quellen:

Mittwoch, 5. Juni 2019

Ebola Krise im Kongo - eine Seuche kehrt zurück!


Bildquelle: CDC

Liebe Freunde des Friedens und der Freiheit,
liebe Freunde der Liebe und des Glücks,
liebe Follower,
inzwischen ist es fast sechs Jahr her, dass der Ausbruch von Ebola in Westafrika, dem bis heute größten Ebola Schadensereignis in der Geschichte der Menschheit, die Welt in Atem hielt. Seit Mai 2017 ist das Ebolavirus in Form des Zaire Virus in Zentralafrika erneut am wüten und hat inzwischen mehr als 2000 Menschen infiziert. Allein mehr als 100 Mitarbeiter im Gesundheitssystem kamen dabei selber zu Tode.
Das die Seuche die im Kongo wütet sich nicht bereits weiter ausgebreitet hat mag daran liegen, dass man mittels des einstmals in Deutschland - genauer gesagt in Marburg entwickelten und später in Hamburg erfolgreich getesteten rVSV-ZEBOV Lebendimpfstoffes, der später über Kanada in die Hand des Pharmariesen Merck gelangte, inzwischen mehr als 129000 Kontaktpersonen präventiv geimpft hat.
Doch wegen der zunehmenden Zahl an Todesfällen unter den Bediensteten des Gesundheitswesens sind in Teilen Kongos nun die Schwestern, die massgeblich für die Impfung der vor allem durch Ebola betroffenen Kinder zuständig sind in den Streik getreten. Dies erschwert die Präventivstrategie der WHO zur Eindämmung erheblich und begünstigt ein weiteres Ausbreiten der totbringenden Seuche, deren Sterblichkeit immer noch bei über 67 Prozent. Dies bedeutet, dass mehr als 1187 Personen inzwischen durch das Ebola Zaire Virus infizierten Personen verstorben sind.
Sollte es dem Virus gelingen sich in Zeiten des globalen Flugverkehrs in die Metropolen der Welt auszubreiten, dann könnte es zu einem weltweiten Großschadensereignis von historischem Ausmaß kommen.
Für Europa gelten der Flughafen von Paris und London als potentielle Einfallspforten für Seuchen aus Zentralafrika - von dort aus können sie innerhalb kürzester Zeit dann auch nach Deutschland - allem voran nach Frankfurt und Düsseldorf gelangen.
Auch wenn Impfstoffe inzwischen entwickelt wurden und werden, so ist eine kausale Therapie einer Ebolainfektion bis heute nicht möglich und beschränken sich allenfalls auf experimentelle Ansätze.
Die WHO diskutiert inzwischen den Einsatz eines zweiten von Johnson und Johnson entwickelten ZEBOV Impfstoffes, der allerdings zweimal im Abstand von 60 Tagen appliziert werden muss und somit für zeitnahe Präventionsmassnahmen eher ungeeignet ist.
Ob die Lage im Kongo bereits ausser Kontrolle geraten ist, läßt sich von dieser Stelle aus nur schwer beurteilen. Der schnelle Anstieg der bestätigten Infektionen seit Mai weist freilich darauf hin, dass die offiziellen Stellen nicht mehr Herr der Lage sind und Ebola sich anschickt sich von einer Endemie im Kongo zu einer weltweiten Pandemie zu entwickeln.
Einen Quellennachweis finden Sie in dem auf  steemit erschienen Beitrag:

Samstag, 26. Januar 2019

Zaire Ebola Virus erstmals in Fledermäusen nachgewiesen

Liberia warnt offiziell die Bevölkerung vor den Kontakt mit Fledermäusen, da erstmals das Zaire Ebola Virus, welches für die Ebola Endemie in 2016 in Westafrika verantwortlich war in Fledermäusen der Gattung Miniopterus inflatus (engl.: greater long fingered bats)  in Nimba County des Landes nachgewiesen werden konnte.

Great longer fing bat - Fledermaus - Quelle: Joxerra Aihartza

Wie die New York Times berichtet, sind dies die Ergebnisse vorläufiger wissenschaftlicher Untersuchungen. Auf Grund des Risikos einer Tier-zu-Mensch Übertragung wird der Bevölkerung in Afrika empfohlen Höhlen und Minen zu meiden. Ebenso wird vom Verzehr der Tiere abgeraten.

Der in Miniopterus inflatus nachgewiesene Ebola Virus Typ ist gegenwärtig verantwortlich für den seit 2018 begonnenen Ausbruch in der Demokratischen Republik von Kongo in Zentralafrika, der ebenfalls bei der Ebola-Endemie von 2014 bis 2016 in Liberia angetroffen wurde. Die Ergebnisse weiterer molekular genetischer Untersuchungen des Ebola Virus zur weiteren Differenzierung  stehen noch aus, sind aber laut Aussage der Wissenschaftler soweit fortgeschritten, dass das gefundene Ebolavirus in den Fledermäusen dem Zaire Ebola Stamm zugeordnet werden konnte.

Möglicherweise stellt Miniopterus inflatus das Wildreservoir für den Ebola Ausbruch in Westafrika vor vier Jahren dar, bei dem der erste Indexpatient, ein kleiner Junge in Guinea, wo die Fledermaus in den Wäldern, Höhlen und Minen ebenso heimisch ist, sich infiziert hat.

Quellennachweis:

https://www.nytimes.com/2019/01/24/health/ebola-bat-liberia-epidemic.html
https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-01/cums-sde012319.php


Sonntag, 7. Oktober 2018

Kommt es zur Rückkehr der Pocken?

Im September ist es zum Ausbruch der Pocken in England gekommen - genauer gesagt zum Ausbruch der Affenpocken, welche durch eine mit dem Pockenvirus verwandten Erreger auch Mensch zu Mensch Infektionen mit einer Case Fatality Rate von bis zu 10 Prozent verursachen kann.


Der Erreger Orthopoxvirus simia (Monkeypox Virus), der für den Ausbruch der Affenpocken verantwortlich ist, wird durch direkten Kontakt mit dem Erreger vor Ausbruch der vollen Krankheitssymptomatik oder mit Beginn der Erkrankung während der Enanthem und Exanthemphase, in denen er sich in sehr hoher Konzentrationen in den Hautläsionen, ähnlich wie bei Windpocken, befindet, übertragen.

In der Phase vor Ausbruch des exanthemischen Bildes, was mit einer Windpockenerkrankung oder auch einem Herpes Zoster, ggf. auch mit einem Röteln Exanthem oder einer allergischen Dermatitis verwechselt werden kann, ist eine Übertragung auch durch die Luft möglich.

Da in der präeruptiven Phase vor allem die unspezifischen Zeichen eines Racheninfektes meist vorhanden sind ist eine Verwechslung mit einer Virusgrippe möglich, ehe es später zum Vollbild eines zentripetal sich ausbreitenden "Pockenbildes" kommt, dass sich vom Gesicht und den Händen über den Körper des Patienten ausbreitet.

In dieser präeruptiven Phase, wo ein Patient unter den Symptomen eines hochfieberhaften Racheninfektes (bis zu 40.5°C Körpertemperatur) mit begleitenden Fieberschub und entzündlichen Veränderungen im Oropharynx symptomatisch wird, kommt es zu einer massiven Vermehrung der Viren im Mundraum der Patienten, die über ein Virusaerosol beim Sprechen oder auch Husten auf Kontaktpersonen übertragen werden können und dort mit zeitlicher Latenz ebenfalls zum Ausbruch der Affenpocken führen können. Die Sterblichkeit bei Infizierten ist mindestens so hoch einzuschätzen wie bei der spanischen Grippe aus dem Jahre 1918. Die WHO schätzt die Case Fatality Rate auf 1-10 Prozent der Infizierten.

Infizierte Patienten gehören daher auf Isolationsstationen und Kontaktpersonen müssen ermittelt werden, wenn die Diagnose gestellt wird. Das Virus darf nur in Hochsicherheitslaboren der Stufe 3 in Deutschland untersucht werden.

Bei dem Ausbruch in England im September wurde bei zwei zuvor aus Afrika eingereisten Personen die Diagnose "Affenpocken" gestellt. Eine weitere Kontaktperson aus dem Kreis des medizinischen Personals, die mit einem der Erkrankten vor der Isolierung Kontakt hatte, erkrankte in der Folge ebenfalls und musste isoliert und behandelt werden.

In Afrika - allem voran im Kongo, wo derzeit Ebola weiter endemisch am grassieren ist, scheint das Virus zunehmend kontagiös zu sein, weil offensichtlich der Immunstatus im Hinblick auf die Pockenimpfungsrate sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verschlechtert hat. So ist die Zahl der Mensch zu Mensch Übertragungen im Kongo von 30 Prozent in den 80´er Jahren auf 73 Prozent im Jahre 1997 angestiegen, was nach Angaben des Robert-Koch-Institutes auf einen nachlassenden Pockenimpfschutz in der Bevölerung zurück zu führen ist.

Gleichwohl muss hier angemerkt werden, dass die Pockenimpfung keine totale Immunität gegen das Affenpockenvirus erzeugt, sondern trotz Pockenimpfung die Erkrankung ebenfalls, wenn gleich meist nicht so schwer im Verlauf, ausbrechen kann.

Eine kausale Therapie für die Affenpocken gibt es bislang nicht. Die Virustatika  Cidofovir und Brincidofovir sollen laut ECDC bei in vitro Tierversuchen eine Wirksamkeit gezeigt haben, die aber beim Menschen bislang offenbar nicht weiter untersucht wurde. Auch Vaccina Immunglobuline könnten ggf. als therapeutischer Ansatz in Frage kommen. Aber auch hierzu gibt es keine Studien, genauso wenig wie einen suffizienten Impfstoff gegen die Affenpocken.

Im Jahre 2017 hat sich das Affenpockenvirus auch in Nigeria ausgebreitet und ist inzwischen endemisch.

Da das Exanthem leicht mit einem beginnenden Herpes Zoster, den Windpocken und anderen Exanthemen verwechselt werden kann, ist besonders auf einen Auslandsaufenthalt zu achten oder den Kontakt zu anderweitig ebenfalls an Affenpocken erkrankten Personen, insbesondere wenn dieser innerhalb der letzten 4 Wochen vor Beginn der Erkrankung stattfand.

Eine Infektionsgefahr besteht während der gesamten Krankheitsdauer (Aerosolinfektion, Staubaerosol-Infektion oder direkten Kontakt) bis zum Abfall der Krusten und der Hautveränderungen. Die Abheilung der Hautläsionen hinterläßt Narben und dauert in Analogie zur Pockenerkrankung in aller Regel 2-3 Wochen. 

Die Prodromalphase dauer 2-3 Tage. Das Exanthem bildet sich innerhalb von 1-4 Tagen aus und die Abheilung der Hautveränderungen kann, sofern der Patient nicht zwischenzeitlich an den Komplikationen verstirbt, bis zu 4 Wochen dauern.

Die klinische Symptomatik ähnelt im großen und ganzen der Variolapockeninfektion, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts als ausgerottet gilt. In einer Phase vor der Auftreten der Hautveränderung dominiert eine unspezifische Symptomatik (Unwohlsein, Husten, Kopf- Hals- und Rückenschmerzen, ggf. auch Durchfall) und mit teil sehr hohem Fieber.

Im zweiten Teil der Erkrankung bilden sich Veränderungen im Rachen und Mundraum aus (Enanthemphase am 1. Tag der eruptiven Phase, die hohe Mengen an Viren in die Umgebung freisetzen),  gefolgt von dem Ausbruch der zentripetal sich ausbreitenden pockentypischen Hautveränderungen, die leicht mit einem Herpes zoster verwechselt werden kann. Dieser exanthemische Verlauf wird bei 80 Prozent der Infizierten angetroffen. Bei 20 Prozent der Erkrankten entsteht hingegen ein Hausauschlag der ein ähnlich polymorphes Bild wie die Windpocken (Varizellen) aufweist.

Dabei ist begleitend das Auftreten einer Bindehautentzündung mit konsekutiven Lidödem möglich, sowie ebenfalls eine Rachen und Mandelentzündung, was eine Abgrenzung zu einem Herpes Zoster in der Frühphase der Erkrankung vor Ausbruch des Vollbildes der Affenpocken zusätzlich erschweren kann und sofern nicht nach Kontakt zu Affenpocken erkankten Personen im Vorfeld der Diagnose gefragt wird oder ein Auslandsaufenthalt in West- bzw. Zentralafrika für die letzten vier Wochen nicht ausgeschlossen wird.

Tödliche Verläufe liegen laut WHO mit einer Rate von 1-10 Prozent deutlich höher als die vom RKI gemachten Angaben. Die hämorrhagische Verlaufsform ist dabei meist mit einer ungünstigen Prognoe verbunden. Dauerschäden in Form von bleibenden Narben - auch am Auge, welche zur Erblindung führen - sind möglich. 

Milde Verlaufsformen mit weniger als 10 Pocken und auch subklinische Verläufe werden diskutiert und können zu einem pandemisch/endemischen Ausbruch der Affenpocken in einem immunologisch naiven Bevölkerungskollektiv ohne Pockenschutz zur Ausbreitung der Affenpocken von Mensch zu Mensch beitragen.

Zur virologischen Diagnostik in einem Sicherheitslabor der Stufe 3 eignen sich Pusteln, Krusten, Abstriche von Geschwüren im Rachenraum der Betroffenen und der Virusnachweis im Blut.

Der direkte Erregernachweis gelinggt mit hoher Sensitivität aber fehlender Spezifität in mehr als 96 Prozent per Transmissionselektronenmikroskopie (TEM).

Ebenso kann eine Erregerdiagnostik mittel DNA Nachweis durch PCR, Zellkulturen oder serologisch diagnostische Massnahmen, wie z.B. eine Elisa, erfolgen.

Patienten, die entsprechende Symptome, wie zuvor genannt, innerhalb von 3-4 Wochen nach Rückkehr aus Zentral- und Westafrika entwickeln, sollten weitergehenden Untersuchungen zugeführt werden, ebenso wenn zuvor auch Kontakt zu an Affenpocken erkrankten Personen bestand. Die Inkubationszeit liegt bei 7-21 Tagen, in aller Regel aber zwischen 10 und 14 Tagen.

Die Erkrankung ist vermutlich meldepflichtig. Es empfiehlt sich daher bei Infektionsverdacht umgehend Kontakt mit dem RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern aufzunehmen und die Patienten bis zur Sicherung der Diagnose zu isolieren und entsprechende Schutzmassnahmen zu treffen.

Ansprechpartner in Deutschland für die weiterführende Diagnostik bei Affenpocken ist das Konsilarlabor der 

Robert-Koch-Institutes, Dr. Michael Laue, 
Telefon: +4930-18754-2675 
FAX: -2571

Quellenverweis für diesen Blogbeitrag:

1. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98148/Affenpocken-in-England-uebertragen

2. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/P/Pocken/Affenpocken_download.html






Mittwoch, 13. Juni 2018

Nipah Virus - tödliche Gefahr aus Indien?

Das Nipah Virus, ein RNA Virus, soll in Indien zahlreiche Menschen bereits getötet haben. Das für Schweine harmlose Virus tötet beim Menschen fast 50 Prozent der infiierten Personen, nachdem es über die Atemwege aufgenommen wurde. Dabei kommt es zu einer schweren Entzündung des Gehirns, welche die Medizin als Encephalitits bezeichnet. Ein Impfung gegen dieses Virus existiert nicht. Ein Teil der Patienten soll sich über die in Indien lebenden Flughunde infiziert haben. Da das Virus in allen Körperflüssigkeiten nachweisbar ist, ist somit schon ein Kontakt mit Ausscheidungen ausreichend um eine Infektion zu erleiden.



Durch die Gabe von Ribavirin soll es angeblich möglich sein, die Letalität auf 35 Prozent der Infizierten zu senken, was freilich immer noch bedeuten würde, das rund jeder Dritte an den Folgen einer Infektion verstirbt.